Die Betreuungsplatzsituation in Rielingshausen

Veröffentlicht am 23.07.2021 in Aktuelles
 

Liebe Eltern in Rielingshausen,

immer häufiger wurden wir in der letzten Zeit von vielen Eltern auf einige Themen angesprochen, die wir unten für euch zusammengefasst haben. Wir hoffen, euch dadurch einen Überblick über den derzeitigen Stand der Bildungs- und Betreuungsplatzsituation für Kinder in Rielingshausen geben zu können. Rückfragen könnt ihr gerne an unsere Mail-Adresse senden.

 

Herzliche Grüße

Dr. Nikolai Häußermann

 

 

 

Fehlende Betreuungsplätze in Rielingshausen

 

Schon vor drei Jahren war die aktuelle Entwicklung abzuschätzen. Die Geburtenraten haben einen drastischen Anstieg der Kinderzahlen nahegelegt. Im Gässle wurde daher mit einem Anbau zurecht eine weitere Gruppe geschaffen. Aber das reichte bald nicht mehr aus. In diesem Rahmen gründete sich eine Elterninitiative, die sich für mehr Kindergartenplätze in Rielingshausen einsetzte.

Die nun vorliegenden Zahlen bestätigen diese Vermutung (https://schillerstadt-marbach.ratsinfomanagement.net/vorgang/?__=UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZV0S1N8-sEwR2YeOCEeyWrA). Für die kommenden drei Jahre können wir ohne einen dritten Kindergarten vielen Kindern keinen Platz in Rielingshausen anbieten. Ein Ausweichen in die Kernstadt nach Marbach ist lediglich im Notfall anzustreben, denn auch in Marbach ist aufgrund der allgemeinen schwierigen Personalsituation ein Auffangen der Rielingshäuser Kinder nicht ganz einfach. Zudem verdoppelt sich bei einem möglichen Wechsel zurück nach Rielingshausen die lange Eingewöhnungsphase und die damit verbundenen Arbeitszeitausfälle berufstätiger Mütter und Väter, für die Arbeitgeber nur schwer Verständnis aufbringen können und wollen.

 

Die ersten Engpässe werden nach den Sommerferien 2021 deutlich werden, sollte der evangelische Kindergarten bis dahin nicht saniert sein. Aus unserer Sicht ist eine Sanierung bis Ende 2021/Anfang 2022 realistisch. Auf mögliche Verzögerungen haben wir bereit im Herbst letzten Jahres hingewiesen und mit einem Antrag einen Plan B mit der Mehrheit der Stimmen im Ortschaftsrat durchgesetzt. Leider gibt es für den Zeitraum bis zur Ferstigstellung des evangelischen Kindergartens nun keinen Plan B.

 

 

Dritter Kindergarten: eine Notwendigkeit

 

Der nächste kritische Zeitraum wird in drei Jahren sein, möglicherweise auch schon früher. Der Grund: die Berechnungen für die fehlenden Plätze in den nächsten Jahren sind alle ohne die Neubaugebiete in Rielingshausen aufgestellt worden. Die Dunkelziffer dürfte daher deutlich höher liegen. Weitere Anbaumöglichkeiten an den evangelischen Kindergarten oder an das Gässle sind in den letzten Jahren diskutiert worden. Im Gässle scheidet ein solcher Anbau vor dem Hintergrund der kürzlichen Sanierung und des fehlenden Platzes aus. Vor der Sanierung des evangelischen Kindergartens haben sich viele Stimmen auch im Ortschaftsrat für einen Neubau statt einer Sanierung im Bestand ausgesprochen, um zumindest einen Teil des Problems aufzufangen. In einem Neubau, so der Vorschlag, hätte man eine weitere U3-Gruppe unterbringen können. Die geplante Sanierung im Kernbestand gestattet dagegen keine weitere U3-Gruppe. Der Neubau ist jedoch mit folgenden Gründen abgelehnt worden: teurer als die Sanierung, weitere Gruppe auf dem Platz schwer möglich, Grundstücksituation, Auslaufen möglicher Zuschüsse am Jahresende, die von der Elterninitiative angeregte Elternumfrage hat leider einen relativ geringen Rücklauf für den U3-Bereich ergeben.

 

Zwar ist die Notwendigkeit eines dritten Kindergartens mittlerweile akzeptiert und durch einen schriftlichen Antrag im letzten Herbst auch bereits beschlossene Sache, doch ist die Reaktion relativ spät erfolgt, so dass die Eltern mit Engpässen zu rechnen haben. Leider hat es lange gedauert, bis verlässliche Zahlen als Entscheidungsgrundlage auf dem Tisch lagen. Zudem mehren sich mittlerweile auch wieder kritische Stimmen, die auf die angespannte Haushaltslage hinweisen.

 

 

Provisorium in der Backnanger Straße: kein geeigneter Standort

 

Das Provisorium in der Backnanger Straße war ursprünglich dazu gedacht, den Betreuungsplatzmangel im Gässle auszugleichen. Als klar wurde, dass die Sanierung im Gässle nicht punktgenau fertig wird, um den Betreuungsplatzmangel auszugleichen, hat die zusätzliche Gässle-Gruppe in modularen Containern, dem sogenannten „Provisorium“ begonnen. Nach der Sanierung des Gässle sollten die Kinder des evangelischen Kindergartens in das Provisorium ziehen, da eine Sanierung im laufenden Betrieb nicht möglich war. Dazu musste das Provisorium nochmals vergrößert werden. Bereits von Beginn an äußerten Eltern Kritik am Standort des Provisoriums. Vor allem die unübersichtliche Verkehrssituation sowie die abschüssige Lage zur unmittelbar angrenzenden Landesstraße stellen ein Problem dar. Die Nähe zur Landesstraße stufte auch das Landratsamt als Schwierigkeit ein und verordnete eine Leitplanke, die zeitgleich von den Eltern vorgeschlagen wurde. Leider konnte die Tempo-50-Regelung an der Landesstraße nur temporär durchgesetzt werden. Mit der Installation der Leitplanke entfiel aus verkehrsrechtlicher Sicht die Notwendigkeit für die Tempo-50-Regelung. Auch ein Zebrastreifen bei der Einfahrt vom Kreisel in das Industriegebiet stand auf der Agenda der Elterninitiative. Dafür hat sich dann auch der Gesamtelternbeirat der Marbacher Kindergärten stark gemacht. Doch auch hier standen verkehrsrechtliche Regelungen im Wege. Als gewissen Ausgleich lässt sich das Banner der Verkehrswacht auf dem Kreisel sehen. Möglich wurde das Banner durch die Initiative einer Elternbeirätin des evangelischen Kindergartens.

 

Vor allem aufgrund der angespannten Haushaltslage ist immer wieder davon die Rede gewesen, das Provisorium als dritten Kindergarten zu etablieren. Doch vor dem Hintergrund der genannten Verkehrssituation sollte das Provisorium genau das bleiben, was der Name zum Ausdruck bringt: ein „Provisorium“. Für einen dritten Kindergarten ist dieser Standort nicht geeignet.

 

 

Waldkindergarten: nicht mehr aufschieben

 

Immer wieder wiesen die Gemeinderäte in Marbach und die Ortschaftsräte in Rielingshausen in den letzten Jahren auf die Vorteile eines Waldkindergartens hin. Er könnte zu relativ günstigen Konditionen, relativ schnell zusätzliche Plätze schaffen. Die Stadtverwaltung organisierte deshalb vor ungefähr zwei Jahren eine Informationsveranstaltung für einen Waldkindergarten. Auch interessiertes Personal stand bereit. Während der Veranstaltung machte die Stadtverwaltung jedoch deutlich, dass ein Waldkindergarten unter den damaligen Arbeitsbelastungen nur als eine Elterninitiative durchgeführt werden könnte. Die Stadt befinde sich nicht in der Lage, die Trägerschaft zu übernehmen. Die interessierte Elternschaft auf der Infoveranstaltung organisierte sich dennoch, stellte jedoch nach einigen Treffen fest, dass es ihnen beruflich bedingt nicht möglich sei, eine Trägerschaft aus den eigenen Reihen auf die Beine zu stellen. Ein weiteres Problem auch unter der Elternschaft stellte der Standort des Waldkindergartens dar: während die Marbacher Elternschaft für einen Standort in der näheren Umgebung plädierte, war für die Rielingshäuser Elternschaft ein Standort im angrenzenden Hartwald wichtig. Die Standortfrage blieb ungeklärt und vor dem Hintergrund der fehlenden Unterstützung von Seiten der Stadt verlief sich die interessierte Elternschaft. Zuletzt belebte der Gemeinderat nochmals das Thema, nicht zuletzt da in Rielinghausen die Platzfrage wieder akut wurde. Mit einem Antrag betonten die Räte nochmals den Wunsch nach einem Waldkindergarten und zwar unter städtischer Trägerschaft. Der Aufbau eines Waldkindergartens soll nun nach der Sanierung des evangelischen Kindergartens in Rielingshausen Anfang des nächsten Jahres in Angriff genommen werden, nun unter städtischer Trägerschaft.

Was ein Waldkindergarten jedoch nicht bieten kann, ist die Schaffung von Plätzen im U3-Bereich, der in Rielingshausen dringend notwendig wäre.

 

U-3-Gruppe und Ganztagesplätze: mehr ist mehr als notwendig

 

Dazu der Artikel und der Antrag:

https://www.spd-marbach.de/meldungen/spd-fuer-mehr-kita-plaetze-in-rielingshausen/

 

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