„Tour für dich“ in Marbach

Veröffentlicht am 22.01.2026 in Wahlkampftagebuch
 

Marbacher Schlosskeller war bestens besucht beim Besuch des SPD-Landesvorsitzenden und Fraktionssprechers Andreas Stoch.

Gesprächsabend im Schlosskeller: Politik im direkten Austausch

Im vollen Schlosskeller diskutierte am Mittwochabend Bürger und Bürgerinnen mit dem SPD-Spitzenkandidaten Andreas Stoch sowie den SPD-Landtagskandidierenden Daniel Haas, Torsten Liebig und Nathalie Ziwey zentrale Zukunftsfragen. Im Mittelpunkt standen Themen wie Demokratie, bezahlbarer Wohnraum, Bildung sowie die Herausforderungen in Gesundheit und Pflege. Der Abend im Vorlauf zur Landtagswahl am 8. März 2026 war ausdrücklich als Dialog angelegt und bot Raum für Fragen. 

Demokratie und politische Kultur

Andreas Stoch eröffnete die Veranstaltung mit grundsätzlichen Überlegungen zur politischen Kultur. Demokratie lebe vom offenen Streit und von tragfähigen Kompromissen, sagte er. „Kompromisse schmieden, die das Land voranbringen, ist ein Kennzeichen der Demokratie. In den letzten Jahren ist das in Baden-Württemberg zu wenig passiert.“ Politik müsse wieder stärker vermitteln, dass Veränderung möglich sei und dass Engagement Wirkung habe. Stoch sprach sich für mehr Tempo bei politischen Entscheidungen und für einen handlungsfähigen Staat aus, der seine Verantwortung für das Gemeinwohl wahrnimmt.

Wohnen, Bildung und Daseinsvorsorge

Inhaltlich setzte Stoch deutliche Akzente beim Thema Wohnen. Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum sei eine der drängendsten sozialen Fragen im Land. Wohnen müsse als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge verstanden werden, mit einer starken Rolle von Kommunen, Genossenschaften und öffentlicher Förderung. „Wohnraum ist Teil der Daseinsvorsorge. Dazu braucht es kommunale Wohnungsbaugesellschaften, Genossenschaften und in manchen Fällen auch landeseigene Entwicklungsgesellschaften. Der Markt allein löst dieses Problem nicht.“

Auch im Bildungsbereich forderte er verlässliche Rahmenbedingungen und eine stärkere Verantwortung des Landes, von der frühkindlichen Bildung bis zur Weiterbildung. Gebührenfreiheit sei dabei eine zentrale Voraussetzung für Chancengerechtigkeit. „Frühkindliche Bildung ist Teil der Bildungsbiografie und deshalb Aufgabe des Landes. Kitas sind keine bloße kommunale Betreuungsleistung. Gebühren in der frühkindlichen Bildung sind eine zusätzliche Belastung für Familien.“ Stoch erinnerte in diesem Zusammenhang an den Bildungsauftrag des Landes. „In unserer Landesverfassung steht seit 1953, dass jedes Kind Anspruch auf eine seiner Begabung entsprechende Bildung hat, unabhängig von seiner Herkunft. Dieses Versprechen haben wir bis heute nicht eingelöst. Dafür müssen wir kämpfen.“

Mit Blick auf Pflege und Gesundheitsversorgung warnte Stoch vor einer weiteren Ausdünnung der Infrastruktur und betonte, dass wirtschaftliche Kriterien nicht über dem Versorgungsauftrag stehen dürften. „Krankenhäuser sind nicht dafür da, Gewinne zu erwirtschaften, sondern Menschen zu versorgen.“

Perspektiven aus den Nachbarwahlkreisen

Ergänzt wurde die Diskussion durch die Beiträge der regionalen SPD-Landtagskandidierenden. Daniel Haas brachte die Perspektive aus Marbacher Wahlkreis und Wirtschaft ein: „Wenn große Arbeitgeber ins Wanken geraten, trifft das ganze Regionen. Deshalb müssen Unternehmen unterstützt werden, aber immer verbunden mit der klaren Erwartung, dass Arbeitsplätze in Baden Württemberg und in Deutschland bleiben.“ Er berichtete von Gesprächen mit Unternehmen, Handwerk und Mittelstand, die trotz großer Herausforderungen bereit seien, Verantwortung zu übernehmen und in die Zukunft zu investieren. Voraussetzung dafür seien verlässliche politische Rahmenbedingungen und ein spürbarer Abbau bürokratischer Hürden. Wirtschaftliche Stärke und soziale Verantwortung gehörten aus seiner Sicht zusammen.

Torsten Liebig zeigte anhand eines Traditionsunternehmens, wie wichtig Mut zur Veränderung und rechtzeitige Investitionen für langfristigen Erfolg sind. Abwarten ist keine Strategie. Geschwindigkeit bei Entscheidungen und Genehmigungen wird zum entscheidenden Standortfaktor. 
Nathalie Ziwey ergänzte die gesellschaftliche Perspektive. Sie stellte Lebensqualität, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie sozialen Zusammenhalt in den Vordergrund. Zukunftsfähige Politik treffe heute Entscheidungen für ein gutes Leben kommender Generationen. Respekt, Offenheit und konstruktiver Umgang mit Unterschiedlichkeit seien dafür unverzichtbar.

Dialog mit dem Publikum

Die lebhafte Beteiligung des Publikums prägte den Abend deutlich. Viele Wortmeldungen knüpften direkt an Alltagserfahrungen an und machten deutlich, wie eng politische Entscheidungen mit konkreten Lebenssituationen verbunden sind. Der Gesprächsabend zeigte damit, welche Bedeutung offene Dialogformate haben können, nicht als Ersatz politischer Entscheidungen, sondern als Ort der Klärung, Einordnung und gegenseitigen Verständigung.

Wählen ist ein zentrales Instrument demokratischer Mitgestaltung. Nichtstun verändert nichts. Wer nicht wählt, überlässt anderen die Entscheidung. Dazu Andreas Stoch abschließend: „Politik kann das Leben der Menschen konkret verbessern. Dafür lohnt es sich zu kämpfen.“

lo/spd

 

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